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28.02. 2005

Freies Wort

DA CAPO-SESSION

Irish Folk-Abend zeigt Potenzial, aber auch Grenzen

Etwa 140 Freunde des Irish Folk hatten sich am Freitagabend im Gasthaus "Zum Schotten" zu einer Mugge der Seidom Sober Company zusammengefunden und genossen die Musik von der grünen Insel sichtlich - wenn auch in räumlicher Enge.

ZELLA-MEHLIS - Nicht nur der Zella-Mehliser Nico Schneider bewies an diesem Abend wie schnell er seine Finger über die Saiten des Banjo fliegen lassen kann. Auch Toni Geiling und Michael Proschek ließen an Geige und Gitarre ihre Fertigkeiten hören, bei einer Session zu der der Zella-Mehliser Musikverein Da Capo eingeladen hatte.

Die drei Männer, die in dieser Zusammensetzung seit April 2003 spielen, begeisterten die Zuhörer für ihre Musik, die ursprünglich ist und ohne elektronischen Schnickschnack bestens auskommt. Im Takt wiegend und mitsingend tauchten die Gäste ein in die irischen Klänge, die Nico Schneider gelegentlich mit dem "toten Schaf", also dem Dudelsack, untermalte. Auch das Guinness-Bier zeugte davon, wie an diesem Abend "the irish way of life" in der TalStraße angenommen wurde. Und in dieser Stimmung ließen es sich die Vollblutmusiker nicht nehmen ihre gerade erst erschienene CD "Just a Little Drizzle" vorzustellen.


Volles Haus zum Konzert am Freitag im "Schotten"

Schon vor Beginn der Veranstaltung waren alle Sitzplätze vergeben. Beleg nicht nur für die hohe Qualität der Band und das erfolgreiche Da Capo-Konzept, sondern auch für ein Raum-Problem. "Es hat mich schon ein wenig erstaunt, wie schnell die Plätze heute Abend hier besetzt waren", wundert sich auch Toni Geiling und freut sich gleichzeitig über das Interesse, das ihm und seiner Company damit entgegengebracht wurde, von einem Publikum das er als "einfach super" beschreibt. Allerdings sprach er so das Problem an, dass Da Capo schon seit geraumer Zeit belastet - das Fehlen eines eigenen Veranstaltungsraumes.

"Leider ist es heute Abend passiert - und das zum ersten Mal: Nicht alle, die gern bei dieser Session dabei gewesen wären, konnten das auch tun", ärgern sich Werner Anschütz und Jürgen Helbig von Da capo, der sich vor vier Jahren unterm Dach des Zella-Mehliser Kunst- und Kulturvereins gründete, um das Musikangebot für Jugendliche in Zella-Mehlis zu erweitern. Mehrere dutzend Leute hätten bereits vor der Tür des "Schotten" gestanden, aber wegen Überfüllung dann den Rückzug angetreten. "Gerade bei unserem reiferen Publikum ist es zu verstehen, wenn diese nicht den ganzen Abend im Stehen verbringen möchten", zeigt Werner Anschütz Verständnis.


Nico (m.) mit Seidom Sober Company brachten Stimmung mit ursprünglicher irischer Pub-Musik ohne elektronischen Schnickschnack auf die Bühne und in den Saal. FOTOS (2): www.frankphoto.de

"Wir würden gern mit viel mehr Veranstaltungen das kulturelle Leben der Stadt bereichern, aber uns fehlt einfach der geeignete Raum. Es ist schon eine sonderbare Sache, dass wir hier das Potenzial haben, aber leider an räumlich Grenzen stoßen."

Für die Da Capo-Leute wäre die Nutzung der Turnhalle in der Suhler Straße künftig für die Umsetzung ihre Projekte denkbar. "Mit diesem Wunsch stehen wir nicht alleine da. Vielen Vereinen geht es ganz ähnlich und diese Halle würde uns allen weiter helfen", so Jürgen Heibig.

Um Musikfreunden, die am Freitag nicht den irischen Klängen der Seidom Sober Company lauschen konnten, doch noch Gelegenheit für das Erlebnis zu geben, plant Da Capo eine weitere Veranstaltung mit dieser Band im Sommer - dann vielleicht im eigenen Veranstaltungsraum?

SEBASTIAN HAAK